aus der Werkstatt von Thorsten Tetz

dreiborduner a gDreibordunige Schäferpfeife aus Zwetschge mit Buchs-Zierringen
mit Spielpfeifen in G/C und A/D
Meine drei­bor­du­ni­ge Schä­­fer­­pfei­­fe aus der Werkstatt von Thorsten Tetz hat zwei Spiel­pfeifen:

Die eine Spiel­pfei­fe hat einen Tonumfang von g' bis g'' plus einem Ton darunter (f') und durch überblasen noch drei Töne darüber  (a'' · h'' · c'''). So ergibt sich ein Tonumfang von 1½ Oktaven von f' bis c''. Dank des Klappensystems sind alle dazwischenliegenden Halbtöne spielbar.

Die andere Spielpfeife ist einen Ganzton höher gestimmt: (g') a' bis a'' und die überblasenen Töne h'' bis d'''. Die A-Spielpfeife hat keine Klappen, daher sind die Halbtöne g#' und a#' nicht spielbar.

Das Instrument ist aus aus Zwetschgenholz mit Zierringen aus Buchsbaum. Die Rohr­blät­ter sind aus Kunst­stoff. Dadurch sind das Instrument und seine Intonation sehr stabil, atemluftfeuchtigkeits- und witterungsunabhängiger.

Diese Schäferpfeife spielt sehr leichtgängig und hat einen nicht zu lauten, singenden und modulationsfähigen Klang.

Besonderheiten

Dreiborduner mit „Gang­schaltung“

tetz schaltungSchalthebel für die drei Bordune
Foto: Thorsten Tetz
Die Schäferpfeife hat drei Bordune, die „klassisch“ nach hinten gerichtet sind und auf der linken Schulter ruhen. Sie stecken alle in einem ge­mein­samen Bordunstock. Zu den oktavierten Bordunen in G und g' gesellt sich noch ein Quart-/Quintbordun in c'/d‘ (siehe Umstimmer).

Dank eines einzigen Hebels (ich nenne ihn „Gang­schal­tung“) sind die Bordune an- und abschaltbar. Man kann nur die G-Bordune, nur den mittlere, alle oder auch gar keinen Bordun einschalten. Da die Gangschaltung sehr leicht­gän­gig ist, ist dies mit etwas Übung auch während des Spielens möglich – mit der kurz freien rechten Hand oder auch mal mit dem Kinn.

Bordun-Umstimmer

Dank den Umstimmern ist es möglich, alle Bordune einzeln einen Ton höher zu stimmen. So kann man die Bordune in den Kombinationen G-c-g (C-Dur oder Moll), G-d-g (G-Dur oder Moll) oder A-d-a (D-Dur oder Moll) einsetzen. Eine weitere Möglichkeit ist, nur die beiden Bordune in A-a für Stücke in a-Moll zu schalten (interessant zum Zusamenspiel mit diatonischen Akkordeons, die gerne in a-Moll spielen). Gerade in Kombination mit der zweiten Spielpfeife in A ist dieses System sehr praktisch.

tetz klappenf♮/f# und g#-Klappen
Foto: Thorsten Tetz
Klappensystem

Die Spielpfeife in G/C hat Klappen für die sonst nur schwer spielbaren Halbtöne f#' und g#'. Die Klappe für f' und f#' ist eine Ringklappe mit der Mög­lich­keit, entweder das Mit­tel­loch abzudecken (f') oder nur den Ring zu betätigen (f#'). Der Drücker für die g#'-Klappe ist verlängert, so dass er mit dem – an­son­sten ungenutzten – lin­ken kleinen Finger zu betätigen ist.

Wechselstock

Dank des Wechselstocks, in den die Windkapsel der Spielpfeife eingesteckt wird, ist es möglich, Spielpfeifen schnell zu wech­seln, ohne Gefahr zu laufen, dass das Rohrblatt Schaden nimmt. Ursprünglich war die Windkapsel in den Ledersack eingebunden und die Spiel­pfei­fen mit of­fen­lie­gen­dem Rohr­blatt wurden in die Wind­kap­sel gesteckt. Mit einer un­acht­samen Bewegung war dann schnell das Rohrblatt hinüber.

Die Windkapsel, die nun an der Spielpfeife verbleibt, schützt das Rohrblatt auch bei Auf­bewahrung und Transport.

Stopkey

Der Stopkey unterbricht die Luftzufuhr zur Spielpfeife. Ganz kurze Pausen sind damit zwar nicht spielbar, weil das Rohrblatt immer eine kleine Anlaufphase hat, aber ich kann das Spiel unterbrechen, ohne dass die Bordune stoppen. Und ich kann die Spielpfeife ausschalten, um die Bordune in Ruhe zueinander stimmen zu können. Das ist bei drei Bordunen sehr praktisch. Der Stopkey wird mit dem untersten Fingerglied des linken Zeigefingers bedient.

Alternativer Blasebalg-Anschluss

tetz blasebalganschlussWechselstock für Blasebalganschluss
darüber der Stopkey
Foto: Thorsten Tetz
Ich kann das komplette An­blas­rohr aus dem Dudelsack neh­men und statt­des­sen an einer anderen Stelle des Sackes einen Blasebalg an­schließen. Dieser wird mit dem rechten Arm bedient und er­setzt das Pu­sten. Ich habe den Mund also frei – zum Sprechen (sehr prak­tisch in der Un­ter­richts­si­tu­at­ion), zum Singen (für einen dudelsackspielenden O­pern­sän­ger eine schöne Option) oder, um den Hals zu entlasten.

Das Pusten beansprucht auch den Hals- und Rachenraum. Das wiederum ist für einen dudelsackspielenden O­pern­sän­ger unpraktisch. Mit einem Blasebalg kann ich dieses Problem nun umgehen.

Blasebalg

blasebalgIm März 2018 konnte ich meinen Blasebalg in der Werkstatt von Thorsten Tetz abholen.

Sobald die Eingewöhnungsphase vorbei ist, schreibe ich mehr. Aber auf jeden Fall ist der Wechsel von mund- zu blaggeblasener Spielweise viel einfacher, als ich gedacht hatte.

Jan K ristof Schliep

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